22.06.2007

Sorge der Deutschen um die Arbeitslosigkeit nimmt ab

Sorge der Deutschen um die Arbeitslosigkeit nimmt abDie spürbare wirtschaftliche Erholung in Deutschland lässt die Deutschen deutlich entspannter auf die Lage am Arbeitsmarkt blicken als noch in den letzten Jahren. Auf die Frage, welches die größten Herausforderungen im Lande sind, nannten im April 2007 insgesamt 67 Prozent der Befragten die Arbeitslosigkeit.






Von 2002 bis 2006 hatte dieser Anteil deutlich über 70 Prozent gelegen. Eine zunehmende Bedeutung auf der Agenda der Deutschen nehmen dagegen vor allem die Preis- und Kaufkraftentwicklung sowie der Umweltschutz ein.

Die Arbeitslosigkeit ist allerdings nach wie vor die größte Sorge der Deutschen. Der positive Trend bei der Zahl der Arbeitslosen macht sich aber in Form einer deutlich sinkenden Bedeutung der Probleme am Arbeitsmarkt bemerkbar. Im letzten Jahr lag der Anteil der Deutschen, die den Mangel an Arbeitsplätzen als eine der größten Herausforderungen des Landes betrachteten, noch bei 80 Prozent. In diesem Jahr sind es nur mehr 67 Prozent. Bezieht man das spezielle Problem der Jugendarbeitslosigkeit mit ein, das nach 8 Prozent im Vorjahr, 11 Prozent der Befragten in diesem Jahr bewegt, wird jedoch deutlich, dass noch nicht von Entwarnung gesprochen werden kann.

Der konjunkturelle Aufschwung schlägt sich auch in einer abnehmenden Besorgnis um die wirtschaftliche Stabilität nieder. Mit 6 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, schafft es dieses Thema gerade noch in die Top-15 der deutschen Sorgen.

Andere Herausforderungen spielen dagegen eine wichtigere Rolle: Vor allem die Preis- und Kaufkraftentwicklung bewegt die deutsche Nation. 18 Prozent sehen hier ein dringendes Problem. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 7 Prozentpunkte und den 2. Platz in der Sorgenliste. Der zweite große Aufsteiger in der Sorgenagenda ist der Umweltschutz. Das wachsende Interesse an der globalen Umweltpolitik im Zuge des deutlicher werdenden Klimawandels führt zu einem Anstieg in der Wahrnehmung in der Bevölkerung von 5 Prozent im Vorjahr auf 16 Prozent in der diesjährigen Befragung. Die Besorgnis um die Umwelt macht damit einen Sprung auf Platz 4 der größten Herausforderungen. Eine ähnlich hohe Bedeutung hatte das Thema zuletzt Mitte der 90er Jahre.

Versorgungssysteme als Dauerbrenner

Ihren festen Platz unter den größten Sorgen der Deutschen haben seit Jahren auch die Alterssicherung sowie die Gesundheitsversorgung. Hier hat sich wenig verändert. Die Rente nennen im Vergleich zum Vorjahr unverändert 18 Prozent der Befragten als eine der größten Sorgen. Das bedeutet Platz 3 in der Hierarchie. Das Gesundheitswesen landet nach nur leichter Entspannung von 15 Prozent 2006 auf aktuell 13 Prozent auf Rang 5 der Agenda.

An Bedeutung gewonnen haben die Themen Kriminalität (von 6 auf 10 Prozent), Bildungspolitik (von 9 auf 10 Prozent), Familienpolitik (von 7 auf 9 Prozent) und Steuern (von 6 auf 9 Prozent). Diese Herausforderungen nehmen die Plätze 7 bis 10 der Sorgenliste ein.

Deutlich gesunken ist die Besorgnis um die Ausländerfrage. Diese beträgt nur noch 7 nach zuletzt 13 Prozent im Vorjahr. Weitere im Zeitverlauf weitgehend unverändert stark wahrgenommene Probleme sind die soziale Sicherung (8 Prozent), die Staatsfinanzen (7 Prozent) sowie der Themenkomplex Politik/Regierung (7 Prozent).
Größere Sorge um die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern

In alten und neuen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit das wichtigste Thema, allerdings ist das Niveau recht unterschiedlich. Im Osten waren die Menschen schon immer besorgter über den Mangel an Arbeitsplätzen – was an der tatsächlich höheren Arbeitslosigkeit liegt. Und so ist es auch in 2007. Hier sind 76 Prozent der Bürger beunruhigt, im Westen sind es 64 Prozent. Auch die generelle Entspannung wird mit minus 15 Prozentpunkten stärker vom Westen getragen als vom Osten mit minus 9 Punkten.

Die Entwicklung der Preise und der Kaufkraft wird im Osten ebenfalls wesentlich bedeutsamer eingeschätzt (27 Prozent, Platz 2) als im Westen (16 Prozent, Platz 4).

In den alten Bundesländern belegt die Rentenproblematik mit 19 Prozent Rang 2. In den neuen Bundesländern findet sich dieses Thema mit 11 Prozent weit abgeschlagen auf Platz 7.

Beim Umweltschutz sind sich jedoch alle Bürger einig : Der Wunsch nach einer intakten Umwelt steigt in Ost (14 Prozent) und West (16 Prozent) von 5 Prozent im Vorjahr deutlich an und belegt jeweils Rang 3.
Vor allem die Jugend sorgt sich um die Umwelt – Arbeitslosigkeit geht alle an

Betrachtet man die Sorgen der Deutschen in verschiedenen Lebenslagen, so wird deutlich, dass die Sorge um die Arbeitslosigkeit alle Teile der Bevölkerung verbindet. Für jung und alt, reich und arm spielt dieses Problem eine ähnlich große Rolle. Lediglich die Befragten, die bereits im Ruhestand sind, machen sich mit 60 Prozent etwas weniger Sorgen als der Rest der Bevölkerung.

Ansonsten haben Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten auch spezielle Sorgen und Nöte. Während Studenten und in der Ausbildung befindliche Jugendliche mit größerer Sorge als der Rest der Befragten auf den Umweltschutz und die Bildungspolitik sehen, beunruhigt die Personen in mittleren und einfachen Lebenslagen besonders die Preis- und Kaufkraftentwicklung.

Die Versorgungssysteme bereiten vor allem gehobenen sozialen Schichten und älteren Personen im Ruhestand Sorgen. Sowohl das Rentenproblem als auch die Gesundheitsversorgung werden in diesen Lebenslagen deutlich häufiger als Problem genannt.

Die Familienpolitik birgt besonders für gehobene und mittlere soziale Schichten Brisanz. Letztere nehmen zudem die Steuerproblematik deutlicher wahr als der Durchschnitt, während Erstere sich verstärkt um andere wirtschaftliche Probleme wie die Staatsfinanzen und die allgemeine wirtschaftliche Stabilität sorgen.

Quelle: www.gfk.com



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