27.09.2007
Bio-Produkte: Teuer aber nicht besser
Biolebensmittel schmecken im Allgemeinen nicht besser als konventionelle. Und ob ökologisch oder konventionell – Tops und Flops gibt es auf beiden Seiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest. Viele Bio-Produkte bekommen die Note „Mangelhaft". Standardprodukte haben gegenüber der Ökokonkurrenz sogar Vorteile.
Sorgfalt entlang der gesamten Produktionskette ist der Grundstein für gute Qualität. Doch viele Betriebe, auch ökologische, tun sich damit schwer. Die Qualität von Bioware schwankte im selben Test oft extremer als bei konventionell hergestellten Lebensmitteln. So landete etwa ein Bio-Olivenöl im Test auf dem ersten Platz, ein anderes wegen sensorischer Fehler und hoher Gehalte an gesundheitskritischen Weichmachern jedoch mit auf den letzten Rängen.
Stiftung Warentest wertete nach eigenen Angaben 54 Lebensmitteltests von 2002 bis 2007 aus. Demnach erreichten darin nur ein Prozent der konventionellen Waren und vier Prozent der Bioprodukte ein „Sehr gut“. Nicht einmal jedes zweite Lebensmittel beider Produktionsarten verdiente der Zeitschrift zufolge die Note „Gut“. Jeweils rund 30 Prozent der ökologischen Produkte wurden mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ bewertet. Bio-Markenprodukte schnitten in dem Test zudem nicht viel besser ab als die Öko-Konkurrenz von Discountern und Handelsketten.
Unverarbeitet sind Bio-Produkte den konventionellen dagegen überlegen, wie aus den Untersuchungen hervorgeht. Tomaten, Äpfel, grüner Tee oder Rukola waren fast immer frei von Pestiziden. Tendenziell reichert sich zudem weniger Nitrat in Biogemüse an. Dies sei ein klarer gesundheitlicher Vorteil, den konventionelle Produkte nicht immer böten, urteilt die Stiftung.
Auch in den mikrobiologischen Prüfungen schnitten viele Bioprodukte schlecht ab. Etwa das getestete Bio-Hackfleisch: Es zeigte zu hohe Keimbelastung. Eines war bereits verdorben und schmeckte „leicht faulig“. Zudem können intensiv verarbeitete Bioprodukte meist geschmacklich nicht überzeugen. Geht es jedoch um naturnahe Produktion, setzt Bioware meist Qualitätsstandards. Etwa im Apfelsaft-Test: Drei Bio-Säfte waren Testsieger. Bio ist meist pestizidfrei, mitunter aber durch andere Schadstoffe, wie Weichmacher, belastet.