18.10.2007

Russland: Bush warnt vor Weltkrieg, Putin will Nuklearsprengköpfe

Russland: Bush warnt vor Weltkrieg, Putin will NuklearsprengköpfeEinen Tag nach der Warnung von US-Präsident Bush vor einem Dritten Weltkrieg meldet sich nun sein Amtskollege in Russland zu Wort. Putin verkündete im russischen Fernsehen, dass er mit Nuklearsprengköpfe aufrüsten will.






Die politischen Führer der Welt müssten den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen hindern, wenn sie "an der Vermeidung eines Dritten Weltkriegs interessiert sind", sagte Bush am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Der amerikanische Präsident reagierte damit auf die Aussagen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der die Zerstörung Israels forderte. Am heutigen Donnerstag meldete sich nun Russlands Präsident zu Wort. "Wir werden eine Raketentechnologie entwickeln, einschließlich vollkommen neuer nuklearstrategischer Systeme", sagte Putin im russischen Fernsehen.

Damit schießt Putin zurück, zeigt wie sehr ihm die Aussagen des amerikanischen Präsidenten missfallen und wie sehr er sich dadurch bedroht fühlt. Putin rechtfertigte die Aufrüstung mit dem US-Krieg im Irak. Rohstoffreiche Länder müssten ihre Interessen schützen, erklärte er während einer live im Fernsehen übertragenen Fragestunde für russische Bürger. "Gott sei Dank ist Russland nicht der Irak", sagte Putin. Das Land sei stark genug, seine Interessen zu wahren, "nebenbei bemerkt, auch in anderen Regionen der Welt".

Zudem glaubt Putin an eine friedliche und diplomatische Lösung im Atomstreit mit dem Iran. Gespräche mit der Regierung des Landes zu führen, führe schneller zum Erfolg, als Sanktionen oder Militärschläge. Teheran hat die Warnung von US-Präsident George W. Bush vor der Gefahr eines "Dritten Weltkriegs" mit Blick auf das iranische Atomprogramm als Propaganda zurückgewiesen. All das sei Teil eines psychologischen Krieges gegen den Iran. Putin übte indes scharfe Kritik an der Militärpolitik der USA im Irak: "Schießen können sie, aber keine Ordnung schaffen."

Bush-Gegner haben die Warnung von US-Präsident George W. Bush vor einem dritten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm scharf kritisiert. Immerhin hatte der iranische Präsident signalisiert, dass sein Land keine Atombomben entwickeln und einen Krieg mit den USA beginnen will. „Die Zeit der Bombe ist vorbei“, sagte Ahmadinedschad in einem Interview. „Es ist falsch zu denken, der Iran und die USA bewegten sich auf einen Krieg zu", sagte Ahmadinedschad dem US-Fernsehsender CBS. "Warum sollten wir in den Krieg ziehen?" Zudem wies er Vorwürfe zurück, der Iran heimlich Atomwaffen entwickle: "Wir brauchen keine Atombombe", sagte Ahmadinedschad.






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