31.10.2007
Anschläge von Madrid: Terrorbomber zu 40.000 Jahren Haft verurteilt
Im Prozess um die Terroranschläge von Madrid sind drei Angeklagte zur Höchststrafe von fast 40.000 Jahren Haft verurteilt worden. Bei den Anschlägen waren am 11. März 2004 in Madrid 191 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt worden. Der Nationale Gerichtshof Spaniens sprach sieben der insgesamt 28 Angeklagten frei. Überraschend war dies im Fall von Rabei Osman, der bislang als Anführer galt.
Im Prozess um die Terroranschläge von Madrid sind drei Angeklagte zur Höchststrafe von fast 40.000 Jahren Haft verurteilt worden. Das gab der Vorsitzende Richter in der spanischen Hauptstadt bekannt. Einer der mutmaßlichen Anführer wurde freigesprochen. Bei den Anschlägen vom 11. März 2004 waren während des morgendlichen Berufsverkehrs in vier Pendlerzügen zehn Bomben explodiert. 191 Menschen wurden getötet und 1841 weitere verletzt. Das Terrornetzwerk El Kaida bekannte sich zu den Anschlägen.
Der Nationale Gerichtshof Spaniens sprach sieben der insgesamt 28 Angeklagten frei. Überraschend war dies im Fall von Rabei Osman, der von der Staatsanwaltschaft als einer der Drahtzieher der Anschläge bezeichnet worden war. Er soll sich in einem abgehörten Telefongespräch damit gebrüstet haben, die Anschläge seien seine Idee gewesen. Der Prozess hatte von Mitte Februar bis Anfang Juli gedauert. Rund 300 Zeugen und 60 Fachleute wurden befragt. Die Staatsanwaltschaft forderte für die 28 Angeklagten ein Strafmaß in der Rekordhöhe von insgesamt 311.865 Jahren Haft. Das spanische Strafrecht sieht die Addition sämtlicher Einzelstrafen vor, allerdings liegt die maximale Haftzeit in Spanien bei 40 Jahren.
Sieben mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge konnten nicht vor Gericht gestellt werden. Sie hatten sich drei Wochen nach der Tat in der Nähe von Madrid in die Luft gesprengt, nachdem die Polizei ihren Aufenthaltsort umstellt hatte. Die Staatsanwaltschaft forderte für die 28 Angeklagten ein Strafmaß in der Rekordhöhe von insgesamt 311.865 Jahren Gefängnis. Bei den Anschlägen vom 11. März 2004 waren während des morgendlichen Berufsverkehrs in vier Pendlerzügen zehn Bomben explodiert. 191 Menschen wurden getötet und 1841 weitere verletzt. Das Terrornetzwerk El Kaida bekannte sich zu den Anschlägen. Sie hatten den Ausgang der drei Tage später abgehaltenen Parlamentswahl maßgeblich beeinflusst.
Von Mitte Februar bis Ende Juli wurde gegen 28 mutmaßliche Täter und deren Helfer ermittelt, die an jenem Morgen die zehn tödlichen Sprengsätze platziert hatten. Für jeden der acht Haupttäter, darunter der Ägypter Rabei Osman, der sich in einem von der Polizei mitgeschnittenen Handygespräch gerühmt hatte, der geistige Urheber der Attentate zu sein, fordert die Staatsanwaltschaft 38.000 Jahre Haft. Alle Angeklagten haben die Tat stets geleugnet, doch die Beweislage war erdrückend.
Das verlangte Strafmaß kam dadurch zustande, dass sie bei den Anschlägen jede Tötung als Mord und jeden Verletzten als Opfer eines Mordversuches wertete. Die Angeklagten werden bei einer Verurteilung höchstens 40 Jahre inhaftiert. Von den 28 Angeklagten stammen 14 aus Marokko, neun aus Spanien, zwei aus Syrien und je einer aus Ägypten, Algerien und dem Libanon. Acht von ihnen gelten nach der Anklageschrift als Haupttäter.
Die Anschläge vom 11. März 2004 wurden nach Ansicht der Anklagebehörde von einer islamistischen Terrorzelle verübt, die sich von El Kaida inspirieren ließ, aber nicht direkt dem internationalen Netz angehörte.