27.11.2007
EADS: Airbus-Werke kurz vor dem Verkauf
Der Zuschlag beim Verkauf von sechs Airbus-Werken könnte einem Zeitungsbericht zufolge binnen einer Woche gegeben werden. Die verbliebenen vier Interessenten für die Werke mussten am Montag ihre Angebote abgeben, wie die «Financial Times Deutschland» (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Betriebsrats- und Unternehmenskreise schreibt.
Der Zuschlag beim Verkauf von sechs Airbus-Werken könnte einem Zeitungsbericht zufolge binnen einer Woche gegeben werden. Die verbliebenen vier Interessenten für die Werke mussten am Montag ihre Angebote abgeben, wie die «Financial Times Deutschland» (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Betriebsrats- und Unternehmenskreise schreibt. Airbus-CEO Thomas Enders wolle noch in dieser Woche erneut mit dem US-Konzern Spirit verhandeln. Dieser sei als einziger Investor bereit, alle Werke zu kaufen, so die Zeitung.
Der Airbus-Chef Thomas Enders sieht die Dollarschwäche als großes Problem durch das die Existenz des europäischen Flugzeugbauers bedroht sei. Flugzeuge werden in US-Dollar abgerechnet – überall auf der Welt. Ein Verfall des US-Dollers schmälert auch den Gewinn und mache eine Produktion im teuren Euro-Raum zunehmend unattraktiv. Enders hatte die Dollar-Schwäche als "lebensbedrohlich" für das Unternehmen bezeichnet und kündigte gleichzeitig weitere Sparmaßnahmen an. Airbus-Chef kündigte vor deutschen Betriebsräten in Hamburg «radikale Maßnahmen» an. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei «nicht mehr tragfähig». Der Euro-Kurs habe «die Schmerzgrenze überschritten». Das sei «lebensbedrohlich». Obwohl Airbus in diesem Jahr Aufträge in Rekordhöhe erwarte, müsse man deshalb auch mit «gewaltigen Verlusten» rechnen.
Der Chef des Airbus-Mutterkonzerns, Louis Gallois, kündigte an, Teile der Airbus-Fertigung aus Europa abzuziehen - wenn der Dollar weiterhin schwach bleibt. «Wir werden unsere Entwicklungspläne zurückschrauben müssen», warnte er. Zudem will der EADS-Chef Fabriken in Amerika aufbauen, wenn der Dollar weiterhin derart schwach bleibt. «Wir werden Teile der Produktions- und Zulieferbereiche in den Dollar-Raum verlagern müssen», sagte Gallois. Dies werde negative Konsequenzen für die gesamte europäische Luftfahrtindustrie haben.
Das aktuelle Sparprogramm «Power 8» geht von einem Eurokurs von 1,35 Dollar aus. Die Gemeinschaftswährung erreichte allerdings erst am Donnerstagmorgen bei 1,4877 Dollar ein neues Allzeithoch. Daher müssten neben «Power 8» weitere Maßnahmen getroffen werden. Genaueres werde in den kommenden Wochen entschieden. Enders sagte, es gehe um die Frage, wie viel Zukunftsinvestition sich Airbus noch leisten könne. Deshalb müssten alle großen Kostenblöcke und die gesamte Wertschöpfungskette einer Prüfung unterzogen werden. Es dürfe keine Tabus mehr geben, damit Airbus wieder profitabel werde. Selbst über Outsourcing müsse nachgedacht werden. Enders habe vor diesem Hintergrund bewusst aber weder die Politik noch die Europäische Zentralbank zu Währungsmaßnahmen aufgerufen, so der Sprecher.
Der Chef des Airbus-Konzernbetriebsrats, Rüdiger Lütjen, räumte zwar ein, dass der starke Euro das Unternehmen belastet, eine existenzielle Krise für das Unternehmen sieht er aber nicht. «Das Management soll nicht ständig neue Schlagzeilen produzieren, sondern die vorhandenen Probleme bei den Passagiermaschinen A 380 und A 350 sowie beim Transportflugzeug A 400M abarbeiten.»