12.12.2007
Algerischer Arm der El Kaida bekennt sich zu Anschlägen
Bis zu 70 Menschen sind bei Bombenanschlägen in der algerischen Hauptstadt Algier getötet worden. Unter ihnen waren mindestens elf UN-Mitarbeiter. Der algerische Arm des internationalen Terrornetzwerks El Kaida hat sich zu den Bombenanschlägen in Algier bekannt.
Der algerische Arm des internationalen Terrornetzwerks El Kaida hat sich zu den beiden Bombenanschlägen in Algier bekannt. Die Gruppe El Kaida im islamischen Maghreb (BAQMI, früher GSPC) veröffentlichte eine Erklärung auf einer islamistischen Internetseite und drohte mit weiteren Anschlägen. Mit Hilfe von Spürhunden setzten Helfer indes die Suche nach Überlebenden in den Trümmern fort. Nach Angaben der algerischen Regierung starben 26 Menschen bei den Anschlägen, Krankenhausmitarbeiter sprachen von mindestens 62 Toten. Unter ihnen waren mindestens elf Mitarbeiter der Vereinten Nationen.
In ihrer Internet-Erklärung zeigte die El-Kaida-Gruppe Fotos der beiden angeblichen Selbstmordattentäter Abdel Rahmane al-Assmi und Ammi Ibrahim Abou Othmane mit Sturmgewehren. Zwei "Helden" hätten in Algier "die islamische Nation verteidigt" und "die Kreuzfahrer und ihre Agenten, die Sklaven der Vereinigten Staaten und die Söhne Frankreichs, gedemütigt", hieß es. Die Lastwagen der beiden Attentäter seien mit jeweils 800 Kilogramm Sprengstoff beladen gewesen. Der algerische Innenminister Yazid Zerhouni hatte die Gruppe zuvor bereits für die Taten verantwortlich gemacht. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit der Erklärung liegt bisher nicht vor.
Auf der Internetseite hieß es zudem, der Doppelanschlag räume mit dem Mythos auf, wonach der harte Kern der GSPC zerstört worden sei. Die Anschläge würden fortgesetzt, "bis alle Länder des Islam befreit sind".
Nach den Anschlägen in Algier würden mehrere Mitarbeiter der Vereinten Nationen noch vermisst, teilte eine UN-Sprecherin in New York mit. Bei den elf Toten handele es sich um Mitarbeiter des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR und des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP). Eines der mit Sprengstoff präparierten Fahrzeuge war direkt vor dem UN-Büro explodiert. UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sagte laut einem Sprecher, es gebe "keinen Zweifel", dass die UNO das Anschlagsziel gewesen sei. Wie das algerische Fernsehen berichtete, konnten sechs Menschen lebend aus den Trümmern des UN-Gebäudes geborgen werden. Algeriens Ministerpräsident Abdelaziz Belkhadem bekräftigte die Richtigkeit der offiziellen Opferzahlen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich "schockiert" und "wütend" über die Anschläge. Für die UNO ist es der schwerste Anschlag auf eine ihrer Einrichtungen seit dem Attentat auf das UN-Büro in Bagdad im Jahr 2003.
DA/AFP