17.12.2007
Deutscher mit Frau und Kind in Afghanistan verschleppt
In Afghanistan ist ein Deutscher mit Ehefrau und Kind entführt worden, der für die Hilfsorganisation Grünhelme gearbeitet hatte. Er war nach seinem Einsatz zum Islam konvertiert und hatte eine Afghanian geheiratet.
In Afghanistan ist ein Deutscher mit Ehefrau und Kind entführt worden: Dies bestätigte der Mitbegründer der Hilfsorganisation Grünhelme, Aiman Mazyek, der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann arbeitete zwischen 2003 und 2004 für die Hilfsorganisation, die in Afghanistan Schulen, Werkstätten und Krankenhäuser errichtet. Der zum Islam konvertierte Mann sei nach seinem Einsatz in der afghanischen Provinz Herat geblieben und habe versucht, dort eine bürgerliche Existenz aufzubauen, sagte Mazyek.
Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" stammt der 42-Jährige Deutsche aus dem bayerischen Amberg. Der Schreinermeister sei mit seiner afghanischen Frau und dem gemeinsamen Kind von bewaffneten Kräften entführt worden. Er sei gerade auf dem Weg in das Dorf Toteschi in der Provinz Herat gewesen, als er mit seiner Familie entführt wurde. In Toteschi war auch eines der Hilfsprojekte der Grünhelme , der Hilfsorganisation von Rupert Neudeck, angesiedelt.
Am 10. Oktober war der deutsche Bauingenieur Rudolf Blechschmidt nach fast dreimonatiger Geiselhaft in Afghanistan freigelassen worden. Er war zusammen mit seinem Kollegen Rüdiger B. im Juli in der Provinz Wardak südwestlich von Kabul verschleppt worden. Rüdiger B. hatte wenige Tage später einen Schwächeanfall erlitten und starb.