14.03.2008
Gerüche: Gut riechen macht sympathisch
Ein angenehmer Geruch in der Nase lässt andere Menschen sympathischer erscheinen, haben amerikanische Psychologen nachgewiesen: Bereits winzige Duftspuren bestimmen, ob ein neutrales Gesicht als eher ansprechend oder als eher unangenehm empfunden wird.
Schwache Gerüche, die wir gar nicht bewusst wahrnehmen, besitzen schon Einfluss darauf, wie sympathisch wir jemanden finden, berichtet die „Apotheken Umschau“. Forscher der Northwestern University in Chicago (USA) konnten das in einem Test mit 31 Personen nachweisen. Die Teilnehmer mussten an Zitrusduft, Äther- oder Schweißgeruch schnuppern und dann Bilder von Gesichtern beurteilen. Diese erschienen ihnen mit Spuren von Zitrus in der Nase am sympathischsten.
Vor Beginn der Studie ließen die Forscher 31 Freiwillige an Flüssigkeiten schnuppern, die einen angenehmen Zitrusduft, einen neutralen Geruch nach Ether oder einen unangenehmen Schweißgeruch in unterschiedlichen Intensitäten verströmten. Anschließend wurden den Probanden jeweils zwanzig Bilder von Gesichtern mit neutralem Gesichtsausdruck gezeigt, die sie auf einer Skala zwischen "sehr sympathisch" und "sehr unsympathisch" einordnen sollten.
Die Duftstoffe veränderten messbar die Beurteilung der Gesichter, zeigte die Auswertung: Ein unangenehmer Geruch ließ die Gesichter unsympathischer erscheinen, während ein angenehmer sie sympathischer machte. Das galt allerdings ausschließlich für die Probanden, bei denen die Duftstoffe so stark verdünnt gewesen waren, dass sie sie nicht bewusst wahrgenommen hatten. Bei denjenigen, die die Düfte bemerkt hatten, verschoben sich die Sympathiewerte dagegen nicht.
Ein angenehmer oder auch unangenehmer Sinneseindruck verursacht grundsätzlich eine emotionale Reaktion, die auf die folgenden Sinnesreize übertragen wird und deren gefühlsmäßige Beurteilung verändert, erklären die Forscher das Prinzip. Das funktioniert jedoch nur, solange die höheren Hirnfunktionen wie das rationale Denken nicht beteiligt sind. Denn sobald das Bewusstsein diese emotionale Voreingenommenheit bemerkt, setzt es eine Gegensteuerung in Gang, die diesen Einfluss herausrechnet.
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