02.04.2008
Kanzlerfrage: Merkel bremst Beck aus
Beck als Kanzler? Nach der neuesten Forsa-Umfrage im Auftrag des stern legt die SPD zwar um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent zu. In einer Direktwahl zwischen Parteichef Kurt Beck und der Kanzlerin Merkel würde sich allerdings nur noch jeder zehnte Deutsche für ihn entscheiden.
Nach dem Streit um das Verhältnis der Sozialdemokraten zur Linkspartei hat SPD-Chef Kurt Beck bei den Wählern massiv an Rückhalt verloren. Doch immerhin: Die SPD gewinnt langsam wieder Anhänger zurück - in der wöchentlichen Umfrage des Berliner Instituts Forsa für den stern legte die SPD um einen Prozentpunkt zu. Wären jetzt also Bundestagswahlen, käme sie auf 23 Prozent. In einer Direktwahl zwischen Beck und der Kanzlerin würde sich nur noch jeder zehnte Deutsche für ihn entscheiden. So schreibt "stern" weiter: "Es ist egal, mit wem die Sozialdemokraten 2009 gegen Angela Merkel antreten - die Aussicht auf Erfolg ist gering."
Außenminister Frank-Walter Steinmeier war einer zweiten Umfrage zufolge bislang der beste Kanzlerkandidat der SPD. Wie das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins Mitte März ermittelte, befürworteten 33 Prozent Steinmeier als SPD-Kandidaten zur Bundestagswahl 2009 gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Jeweils 17 Prozent hielten Parteichef Kurt Beck und Finanzminister Peer Steinbrück für geeignet. 31 Prozent fanden keinen der drei SPD Politiker passend.
Die neue Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "stern" zeigt, dass sich auch die Wähler die Kanzlerfrage innerhalb der Sozialdemokraten noch nicht geklärt haben: Denn der Außenminister ist bei den Deutschen zwar populär, sie beurteilen ihn im Vergleich zu Beck ebenfalls als sympathischer, dynamischer, kompetenter und glaubwürdiger - für einen geeigneten Regierungschef halten sie ihn deshalb aber nicht. Nur 16 Prozent aller Bürger - und auch nur ein knappes Viertel der SPD-Anhänger - attestieren ihm laut stern-Umfrage das Zeug zum Kanzler, und lediglich fünf Prozent halten ihn für fähig, die Probleme des Landes lösen zu können.