08.05.2008

Das Eckige für`s Runde: Fußball-Deutsch für die Frau?

Das Eckige für`s Runde: Fußball-Deutsch für die Frau?Fußball kennt keine Grenzen: Spätestens seit den Erfolgen im Frauenfußball ist der Sport etwas weiblicher geworden. Trotzdem gibt es Frauen und Männer, die nichts mit Fußball am Hut haben. Was ist eine "Bananenflanke"? Und wann spricht man vom "passiven Abseits"? Ist ein "Flitzer" ein schneller Läufer und was macht eigentlich der "Manndecker"?






Fußball kennt keine Grenzen mehr: Mit dem Praxiswörterbuch Fußball wollen die UEFA und der Langenscheidt Verlag nun auch Sprachbarrieren einreißen. Für Frauen oder für Männer? In deutschen Wohnzimmern bahnt sich immer wieder der selbe Streit an zwischen den beiden Geschlechtern: entweder das Klick-Klack von High-Heels bei Germany`s Next Topmodel oder die Kicker-Freude in der Bundesliga. Ob es das auch umgekehrt gibt? Weil das umgekehrte Szenario nicht klischeehaft genug wäre, nun zur Regel Nummer eins im Topmodel-Geschäft: Beim "basic walk" sollten Models elegant sein, aber nicht sexy. Was? Das versteht der Mann unter den Zuschauern nicht? Neben dem Zickenterror und der Attraktivität der Models ist das wohl nicht das einzige Rätsel für die männlichen Zuschauer, sofern es sie überhaupt gibt.

Die Werbung dazwischen zeigt uns die Zielgruppe. Eine Werbepause in der Zusammenfassung: Zuerst ein Shampoo-Spot. Klar Topmodels haben so schöne Haare, diesen Glanz brauchen wir auch. Danach flimmert eine Klamotten-Werbung über das Gerät. Noch klarer: Frau braucht neue Outfits, um mithalten zu können. Was natürlich nicht fehlen darf, ist das richtige Make-Up. Der Spot läßt nicht lange auf sich warten. Und zum Schluss: eine "wie werde ich schlank in zwei Wochen Werbung". Super. Als wenn einem das Vanille-Eis nicht schon bei den hageren Mannequins von Heidi Klum im Halse stecken geblieben wäre.

Beim Fußball sieht das natürlich ganz anders aus. Hier dominiert der BBB-Faktor: Die Werbespots drehen sich um Bier, Bart und Bundesliga. Dabei gelten die eisernen Regeln in Sachen Werbung For Men: Mann muss Produkt einschalten können, Produkt muss blinken oder Produkt muss eine Digitalanzeige besitzen. Als Frau stellt sich also nur die Frage: Was hassen Männer mehr an Germanys next Topmodel? Das Heulen, das Zickige, das Tussige, das Affektierte oder das "Klick-Klack"? Nur gut, dass Drama-Bruce nicht mehr zur Auswahl steht. Fest steht nur: Wären da nicht die Freundinnen und Ehefrauen, die ihre Männer zwingen würden, dann würde wohl kaum ein Mann Heidis Suche verfolgen. Der Einzige Hingucker für den Teil der Menschen, die keine Frauen sind, muss wohl Heidi Klum selbst sein.

Wenn es nun also ein Buch gibt mit über 5.200 aktuellen Fachbegriffen rund um Fußball, dann drängt sich die Frage auf: Für wen ist das Buch? Ob Abwehrkette oder Abstiegszone, Hackentrick oder Hattrick: Zu jedem Fachbegriff gibt es ausführliche Definitionen und zahlreiche Synonyme. Doch der Germany`s Next Topmodel-Fan wird sich das doch auf keinen Fall kaufen. Klar, bei Heidi Klums Show geht es auch um Mode. Für die meisten Frauen ist Mode mehr als nur ein Stück Stoff, sondern Teil der Persönlichkeit. Es ist auch der Traum von Romantik: Da saß "Frau" eines abends beim Kaffeetrinken und geht seitdem einem Mann nicht mehr aus dem Kopf. Das Outfit von jenem Abend hängt dann ganz vorne im Kleiderschrank.

Der BBB-Mann kann aber auch nicht die Zielgruppe sein. Immerhin dürfte er wissen, wann ein Spieler im Abseits steht. Somit gibt es also nur noch den metrosexuellen Mann, der sich so gerne pflegt und dabei sofort erkennt, dass ein Rasierapparat eigentlich keine Digitalanzeige benötigen würde. Und obwohl er findet, dass sein Deo nun wirklich keinen Einschlalt-Knopf benötigt, findet er es trotzdem irgendwie gar nicht so schlecht. Warum er sich das Buch kauft? Er möchte seine beste Freundin beeindrucken, die lieber über Autoreifen redet, als über Kleider und Kosmetik. Sie ist der Typ: sie hasst Röcke, ist als Kind immer auf Bäumen rumgeklettert und sie hasste ihre Puppen wie die Pest.

Eigentlich wolle die UEFA "damit den Austausch innerhalb der Fußballfamilie und der gesamten fußballinteressierten Gemeinde fördern." So wird jede Verständigung im Fußball ein Heimspiel.

da




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