09.06.2008
Podolski schießt Deutschland zum Sieg
Erfolgreicher EM-Auftakt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Lukas Podolski schoss Deutschl. Österreich startete wie Mit-Gastgeber Schweiz mit einer Niederlage in die Fußball-EM: Die Mannschaft von Trainer Josef Hickersberger unterlag Kroatien mit 0:1.
Mann des Tages war Lukas Podolski, der beide Treffer für das deutsche Team erzielte. Vor rund 30.000 Zuschauern in Klagenfurt schoss der in Polen geborene Angreifer Podolski das deutsche Team bereits in der 20. Minute zur Führung. Der zweite Treffer in der 72. Minute nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Bastian Schweinsteiger bedeutete schließlich die Entscheidung. In der zweiten Hälfte erkämpften sich die Polen ein Übergewicht, konnten sich aber keine wirklich zwingenden Chancen erarbeiten. Für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war es der erste EM-Sieg seit zwölf Jahren. Mit einem weiteren Sieg im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien am Donnerstag erneut in Klagenfurt stünde Tabellenführer Deutschland so gut wie sicher bereits im Viertelfinale.
Das Spiel gegen Polen war für Deutschland ein guter Start in die Europameisterschaft. Für die meisten Bundesbürger hat die Mannschaft von Löw gute Chancen den Titel nach Hause zu holen. Einer aktuellen Studie zufolge gehört Deutschland aber nicht zu den Top-Favoriten. "Italien, Frankreich und Spanien sind die Favoriten der EM". Das ist das Ergebnis einer Studie der Berliner Wirtschaftsforscher Gert G. Wagner und Jürgen Gerhards. Der Grund: Die Teams der drei Länder kämen beim addierten Marktwert der Spieler auf den höchsten Wert. "Spanien liegt mit etwa 16 Millionen Euro pro Spieler an der Spitze des EM-Feldes", schreiben die Experten. Es folgten Italien und Frankreich mit jeweils 15 Millionen, Deutschland, Portugal und die Niederlande lägen mit zehn Millionen dahinter.
Am Marktwert könne man die Leistungsfähigkeit ablesen. Mit diesem Verfahren habe man zuletzt auch die deutschen Fußballmeister sowie die Weltmeister recht gut vorhersagen können. Allerdings sorge das K.o.-System der EM dafür, dass auch Teams auf mittlerem Niveau - etwa Griechenland - gute Chancen hätten, mit den finanziell hoch bewerteten Mannschaften mitzuhalten. "Das lehren die nationalen Pokalwettbewerbe." Der Grund: Anders als im Basketball, Handball oder Tennis entscheide oft der Zufall darüber, wer gewinne. Denn im Fußball würden vergleichsweise sehr wenige Treffer erzielt, zudem sei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuss ins Tor treffe, relativ gering.
Wenn aber die Differenz beim Marktwert zwischen zwei Mannschaften sehr groß sei, habe der Zufall nur wenig Chancen. "Bei sehr großen Marktwertunterschieden zwischen Mannschaften wird Geld gegen Zufall gewinnen", prognostizieren Wagner und Gerhards. Dass sowohl Spanien als auch Frankreich und Italien vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden und ein Team aus dem Mittelfeld - etwa Kroatien oder die Türkei - Europameister werde, nennen sie "extrem unwahrscheinlich".