01.07.2008
eBay: Millionenstrafe wegen Fälschungen
Das französisches Handelsgericht hat das Internet-Auktionshaus eBay zur Zahlung von 40 Millionen Euro Schadensersatz an den Luxusartikelhersteller LVMH verurteilt. eBay soll die Rechte des Herstellers verletzt und damit gleichzeitig seinen Ruf geschädigt haben.
eBay hat sich in Frankreich eine Rekordstrafe eingehandelt: Das Auktionshaus muss insgesamt 38,8 Millionen Euro Schadenersatz an den Hersteller Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) zahlen, da Anbieter auf Ebay gefälschte Markenware verkauft hatten. Das Pariser Handelsgericht befand, eBay habe einen "schweren Fehler" gemacht, indem es den Handel mit nachgemachter Luxusware nicht verhindert habe. Von dem Richterspruch betroffen sind sechs LVHM-Marken, darunter der Handtaschen- und Kofferhersteller Louis Vuitton Malletier, der Modemacher Christian Dior Couture sowie Kenzo und drei weitere Parfümtöchter.
Bei dem Urteil gehe es in Wahrheit nicht um den Kampf gegen Produktfälschungen, erklärte ein eBay-Sprecher in Deutschland. Vielmehr wolle LVMH den freien Wettbewerb verhindern. "Wenn auf dem Marktplatz gefälschte Produkte auftauchen, sorgt eBay für eine schnelle Entfernung dieser Angebote". Im gestrigen Urteil gehe es jedoch gar nicht um den Kampf gegen Produktfälschungen, sondern um den Versuch von LVMH, Handelspraktiken zu schützen, die den freien Wettbewerb verhindern - auf Kosten der Wahlfreiheit der Verbraucher und rechtschaffener Verkäufer, die ihren Lebensunterhalt über Marktplätze wie eBay verdienen.
Die Entscheidung ziele laut eBay auch auf den Verkauf von Waren aus zweiter Hand ab - und auf den Verkauf von neuen Originalprodukten. Für eBay stellt dieses Urteil den Versuch dar, in Frankreich ein Geschäftsmodell zu diktieren, das den freien Handel behindere. "Das Nachsehen haben die Verbraucher, deren freie Wahl von Produkten und Dienstleistungen damit eingeschränkt wird. Diese Entscheidung ist nicht nur für eBay inakzeptabel, sondern für alle Verbraucher und Kleinunternehmen, die im Online-Handel tätig sind. eBay wird deshalb Berufung gegen dieses Urteil einlegen", erklärte der Sprecher weiter.
eBay ergreife zudem vielfältige Maßnahmen, um den Verkauf von Fälschungen auf dem Marktplatz zu bekämpfen. Das Unternehmen investiert jährlich mehr als 20 Millionen US-Dollar, um Plagiate aufzuspüren und vom Marktplatz zu entfernen. eBay beschäftige allein dazu mehr als 2.000 Mitarbeiter und arbeitee weltweit mit mehr als 18.000 Rechteinhabern zusammen.