02.07.2008

Gülcan und Collien: Mistgabel statt Mikrofon

Gülcan und Collien: Mistgabel statt MikrofonEs ist ziemlich genau ein Jahr her, als Gülcan - damals noch Karahanci - ihre erste Doku-Soap bei ProSieben startete. Bei den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit mit dem Bäckerei-Erben Sebastian Kamps ließ sich die Viva-Moderatorin bis hin zur Trauung von Kameras begleiten. Mittlerweile Sie bestreut sie einen Erdbeerstrauch mit Zucker, damit die Früchte später süßer werden: Gülcan Kamps spielt in der "ProSieben"-Show "Gülcan & Collien ziehen aufs Land" das Dummchen aus der Stadt.






Genug haben die türkisch-stämmige Moderatorin, die inzwischen Gülcan Kamps heißt, und der Münchner Privatsender von Doku-Soaps auch nach der TV-Hochzeit noch nicht. »Ich habe mir gedacht, ich würde gern noch mal was Verrücktes machen, irgendein Abenteuer«, berichtet die 25-Jährige im ddp-Gespräch. Herausgekommen ist die neue »Celebrity-Dokusoap«, wie ProSieben sie getauft hat: »Gülcan und Collien ziehen aufs Land«. Ab Dienstag (24. Juni, 20.15 Uhr) wird sie in insgesamt acht Folgen ausgestrahlt. Viva-Sternchen Gülcan verkörpert das naive Blondchen aus der Stadt und gleichzeitig ist sie die nervige, "trashige" Quasselstrippe.

Drei Wochen lang haben Kamps und ihre Viva-Kollegin und Freundin Collien Fernandes (26) auf einem Bauernhof im oberbayerischen Grainbach bei einer sechsköpfigen Familie verbracht und dort, wie sie sagen, eine Art Praktikum absolviert: Kühe gemolken, zur Mistgabel gegriffen, Urlaubsgäste bedient oder Gatter gestrichen. »Da prallen wirklich zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die netten Landwirte, die ganz bodenständig aufgewachsen sind, und dann kommmen wir«, hebt Kamps hervor, die sich selbst ein »Glamour-Girl« nennt.

Vorlage für das Format ist die US-Show «The Simple Life» mit den Party-Mädchen Paris Hilton und Nicole Richie in der Hauptrolle. Gülcan, Collien und auch ein ProSieben-Sprecher legen allerdings Wert darauf zu betonen, dass es sehr wohl Unterschiede zwischen den Shows gebe. «Bei uns war wirklich von Anfang bis Ende nichts inszeniert: Die Geburt des Kalbs, die Geburtstage der Kinder, die Streitereien und die schönen Momente - das war alles echt», betont Gülcan. Sie wolle es ihren US-Vorgängerinnen ja nicht unterstellen, «dass sie abends ins Hotel gegangen sind - aber wer weiß das schon so genau...» Fernandes fügt hinzu: «Bei Paris und Nicole wirkte es etwas gewollt teilweise - so, als wollten sie das Klischee erfüllen. Bei uns ist die Doofheit echt, wenn wir etwas nicht können.»

An Paris-Hilton-Maßstäbe kommt allerdings das Gepäck heran, mit dem Gülcan und Collien auf dem Bauernhof der Familie Estermann ankamen, die die jungen Damen bis dahin nicht kannten: 14 Koffer waren es insgesamt. »Ich hatte vier, der Rest war von Gülcan«, entschuldigt sich Fernandes. Auch das offizielle Foto zur Soap erinnert an Werbekampagnen von Paris Hilton: In Hot Pants und bauchfrei seifen die beiden Moderatorinnen da kein Auto wie einst Hilton, sondern eine Kuh ein.

Um sich vor dem Dienst auf dem Hof noch zu schminken, nahmen die Damen besondere Härten in Kauf und standen sogar noch früher auf als ohnehin schon nötig: »Privat bin ich nicht so eitel. Aber wenn drei Kamerateams immer hinter einem herrennen und man sich eh schon dauerhaft übermüdet fühlt - dann auch noch schlecht auszusehen, das wäre ein bisschen zu viel«, sagt Fernandes. Bei ihr kamen eine Tierhaar- und Gräserallergie erschwerend bei dem Einsatz auf dem Land hinzu.

Der ursprüngliche Plan, drei Wochen lang gemeinsam mit Gülcan in einem kleinen Zimmer zu wohnen, wurde dank des jüngeren Gastbruders dagegen fallen gelassen. Thomas (10) verzichtete vorübergehend auf sein Reich. «Ich glaube, das hätte ich nicht ausgehalten, die ganze Zeit mit Gülcan in einem Zimmer», betont Fernandes.

Nur knapp verpasst haben die TV-Moderatorinnen bei den Dreharbeiten den Streik der Milchbauern. «Am vorletzten Tag haben uns unsere Bauern gesagt, dass wahrscheinlich in ein, zwei Tagen gestreikt wird», berichtet Kamps. Ihr Respekt vor der Arbeit der Landwirte sei durch ihre Erlebnisse gehörig gestiegen. Es sei «wirklich eine unglaubliche Arbeit, davor kann ich jetzt viel mehr den Hut ziehen», betont sie. Und auch Collien denkt inzwischen «bei jedem Glas Milch an die Familie und daran, was das für eine Arbeit ist zu melken».




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