02.07.2008

Kanzlerfrage: Beck verliert weiter Wählerstimmen

Kanzlerfrage: Beck verliert weiter WählerstimmenDie Umfragewerte von SPD-Chef Kurt Beck sacken weiter ab: Nur noch zehn Prozent der Deutschen würden ihn laut einer Forsa-Umfrage des stern als Kanzler bevorzugen.






Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck verliert Zuspruch bei den Wählern. In der wöchentlichen Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins stern und des Fernsehsenders RTL wünschen sich nur noch zehn Prozent der Deutschen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten als Bundeskanzler. Das sind zwei Prozent weniger als in der Vorwoche. Für Beck ist dies der niedrigste Wert seit seinem Antritt als SPD-Chef im April 2006.

Becks Rückstand auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Frage der Kanzlerpräferenz der Wähler hat sich damit auf 50 Prozentpunkte vergrößert. Die Amtsinhaberin wünschen sich wie in der Vorwoche 60 Prozent der Wähler als Regierungschefin. 30 Prozent der befragten Wähler (plus zwei Prozent) wollen weder Merkel noch Beck im Kanzleramt. Aktuell stimmen 46 Prozent der SPD-Anhänger für CDU-Chefin Merkel als Kanzlerin, nur 16 Prozent von ihnen sprechen sich für Kurt Beck aus.

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, gibt dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck keine Chance mehr im parteiinternen Rennen um die Kanzlerkandidatur. Er rechne fest damit, dass die SPD mit Parteivize und Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf 2009 gehen werde, sagte Kuhn den «Stuttgarter Nachrichten».

In der Debatte um den Kanzlerkandidaten der SPD kommt neben Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Kurt Beck auch dessen Vorvorgänger Franz Müntefering ins Gespräch. 51 Prozent der SPD-Anhänger halten den einstigen Vizekanzler und Arbeitsminister nach einer Forsa-Umfrage für die "Berliner Zeitung" für einen geeigneten Herausforderer von Angela Merkel (CDU). Der SPD-Vordenker Erhard Eppler lobte die Kandidatenqualitäten Steinmeiers. Unterdessen suchen Sozialdemokraten auf Bundesebene offenbar einen engeren Kontakt zu FDP und Grünen.

Müntefering hat sich im vergangenen Jahr wegen der schweren Erkrankung seiner Frau von allen Ämtern zurückgezogen. Trotz der verbreiteten Vorliebe für eine Kanzlerkandidatur des früheren Parteichefs glauben allerdings laut Forsa nur 31 Prozent der SPD-Anhänger daran, dass er im kommenden Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schlagen könnte. Die Rolle Becks als SPD-Chef wird von den SPD-Anhängern der Umfrage zufolge nicht angezweifelt. 63 Prozent sind demnach der Ansicht, er sollte sein Amt behalten. Knapp ein Drittel würde einen Rücktritt befürworten.

"Frank-Walter Steinmeier wäre ein guter Kanzlerkandidat", sagte Eppler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und fügte hinzu: "Alle, die ihn abtun als einen geschickten Bürokraten, unterschätzen ihn gewaltig." Zugleich wandte sich Eppler aber dagegen, dass Steinmeier auch den Parteivorsitz übernehmen sollte: "Es gibt im Moment niemanden, der mit der Aussicht auf Erfolg an die Stelle von Beck treten könnte." Der Parteichef "weiß, was er will und er hat politische Substanz".

Führende SPD-Politiker arbeiten unterdessen nach einem Bericht des "Spiegel" daran, eine Ampelkoalition mit FDP und Grünen nach der Bundestagswahl 2009 zu ermöglichen. So habe Fraktionschef Peter Struck SPD-Abgeordnete ermutigt, Kontakte zu ihren FDP-Kollegen auszubauen. Verwiesen wurde dabei auf Gemeinsamkeiten in der Innen- und Rechtspolitik.




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