Die Fußball-EM ist zwar vorbei, doch die Olympischen Spiele stehen schon vor der Tür. Kein Grund also, das Chipsknabbern vorm Fernseher einzustellen. Doch: Über die Hälfte der untersuchten Chips steckte randvoll mit dem Fettschadstoff 3-MCPD-Fettsäureester. Oft reicht schon eine Portion der krossen Scheiben aus, um die täglich tolerierbare Aufnahme um ein Mehrfaches zu überschreiten. Kein Wunder, die Schadstoffe gelangen mit dem Frittierfett in die Chips und dies ist in den Snacks bekanntlich reichlich vorhanden. Tendenziell besser abgeschnitten haben übrigens Produkte, die mit Sonnenblumenöl hergestellt wurden.
Ein altes Problem ist das Krebsgift Acrylamid, das bei der Herstellung von Chips unweigerlich entsteht. Dennoch können die Hersteller ihre Produktionsmethoden optimieren und so dafür sorgen, dass nur geringe Mengen Acrylamid im Produkt stecken. Die meisten Testprodukte wiesen bei der ÖKO-TEST-Untersuchung aber "erhöhte" und "stark erhöhte" Belastungen auf, wenn man eine halbe Tüte davon verspeist. Seit dem Acrylamidjahr 2002 hat sich jedoch viel getan. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie wurden Kartoffelsorten und Anbau ebenso optimiert wie Ernte, Transport und Lagerung. Die Chips seien demnach heute auch einen Tick feuchter. Das reduziere die Acrylamidbildung während des Frittierens.
Schlechte Nachrichten für Chipsfans: Unglaubliche 17 von 28 Chips - das sind knapp zwei Drittel - fallen mit "ungenügend" durch. Wer dennoch in die Tüte greifen will, hat die Wahl zwischen einem "befriedigenden" und acht "ausreichenden" Produkten. Zwei Marken - Bio Potato Chips Tra´Fo Provencale und Kettle Chips Cheeses & Onion - überschreiten den Signalwert für Acrylamid; das Produkt von Kettle Foods sogar um das Dreifache.
Wie viel Schadstoffe in einer Tüte Chips stecken, steht zwar nicht auf der Verpackung, ein Blick auf die Zutatenliste lohnt trotzdem. Ist zum Beispiel Pflanzenöl angegeben, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Palmöl, das 3-MCPD-Ester im Gepäck haben kann. Geschmacksverstärker verbergen sich hinter Begriffen wie Mononatriumglutamat (auch als E 621angegeben), Dinatriuminosinat und Dinatriumguanylat.
Die Besten im Test: Die Bio-Molenaartje Potato Chips Organic Paprika bekamen ein "befriedigend". Bei diesen Chips wurde "nur" ein erhöhter Gehalt an Acrylamid kritisiert.
Quelle: www.oekotest.de