22.08.2008

Flugzeugabsturz: Polizei sucht bayerische Familie

Flugzeugabsturz: Polizei sucht bayerische FamilieAls am Mittwoch ein Flugzeug der spanischen Gesellschaft Spanair auf der Landebahn des internationalen Flughafens Barajas in Madrid verunglückte, befand sich vermultich auch eine vierköpfige Familie aus Deutschland in der Maschine: die bayerische Familie aus Pullach war auf dem Weg nach Gran Canaria.






Unter den Opfern des Flugzeugunglücks von Madrid ist möglicherweise auch eine Familie aus Bayern. Ein Ehepaar und ihre zwei Söhne stehen offenbar auf der Passagierliste, dies bestätigte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA). Es handelt sich dabei um Gerd und Claudia M. aus Pullach, die mit ihren zwei Söhnen nach Gran Canaria fliegen wollten. Bisher sind sich die Behörden allerdings nicht sicher, ob die bayerische Familie den Flug auch antrat. Der einzige Hinweis: niemand weiß etwas über ihren Verbleib.

Beamte der Münchner Polizei befanden sich bereits im Haus der Familie, um dort DNA-Material zu sichern. Dieses sollte über das Bundeskriminalamt an die spanischen Behörden als Hilfe zur Identifizierung weitergeleitet werden. Die Angehörigen der Familie werden laut LKA psychologisch betreut.

Mittlerweile haben die Bergungsmannschaften an der Unglücksstelle die letzten zwei Leichen aus dem Wrack geborgen. Bei den Toten handele es sich um einen Säugling und um einen Erwachsenen, teilte der Chef der Flughafenfeuerwehr, Benjamín Olivares mit. Damit sind die Leichen von allen 153 Opfern der Katastrophe geborgen. Nach Angaben des Forensischen Instituts Madrid wurden bislang 37 der 152 Todesopfer identifiziert. Unter diesen befinden sich nach Angaben der spanischer Nachrichtenagentur 14 Ausländer. Aufgrund des Zustands der verbrannten Leichen sei nur bei 56 der 152 Toten eine Identifikation mittels Zahnabgleich möglich. Bei den Übrigen müssten DNA-Vergleiche vorgenommen werden. Mit deren Ergebnissen sei in zwei Tagen zu rechnen.

Die Leichen wurden für die Identifizierung in eine riesige Halle auf dem Madrider Messegelände Ifema gebracht. Dort werden sie von 40 Forensikern untersucht. Bereits nach dem Bombenanschlag auf den Madrider Bahnhof Atocha im Jahr 2003 waren dort die sterblichen Überreste der Opfer zur Identifizierung aufbewahrt worden. Etliche Angehörige zog es am Donnerstag dort hin. Das spanische Königspaar besuchte den Ort, um ihnen ihr Beileid auszusprechen.

Beim Start vom Madrider Flughafen Barajas am Mittwochnachmittag war die Spanair-Maschine mit Ziel Gran Canaria kurz nach dem Abheben zu Boden gestürzt und in Flammen aufgegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte das linke Triebwerk Feuer gefangen. Noch ist aber unklar, ob möglicherweise eine andere Ursache zu der Katastrophe führte. Zuvor war ein erster Start bereits wegen einer technischen Panne abgebrochen worden.

19 Passagiere haben das Unglück schwer verletzt überlebt und werden nun in mehreren Madrider Krankenhäuser behandelt. Einige schweben nach wie vor in Lebensgefahr.




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