22.08.2008

Spanair-Unglück: Passagiere wollten aussteigen

Spanair-Unglück: Passagiere wollten aussteigenDie Besatzung des in Madrid abgestürzten Flugzeugs hat nach spanischen Medienberichten mehreren nach technischen Problemen besorgten Passagieren den Ausstieg verweigert. Zudem gibt die Unfallursache Rätsel auf: Bislang haben Augenzeugen behauptet, dass ein Triebwerk des Flugzeuges gebrannt hatte. Ein neues Video zeige offenbar das Gegenteil.






Eine Angehörige des bei dem Unglück getöteten Ruben Santana bestätigte, dieser habe in seiner letzten SMS-Nachricht geschrieben: "Sie lassen uns nicht raus, alles ist geschlossen". Seine Frau hatte demnach Santana zum Ausstieg gedrängt, nachdem er ihr telefonisch von der Verspätung des Spanair-Fluges wegen technischer Probleme berichtet hatte. Laut der Zeitung "ABC" wurde auch mehreren weiteren Passagieren vor dem verhängnisvollen Start der gewünschte Ausstieg verwehrt.

Santana berichtete nach Angaben seines Sohnes vor dem Unglück auch, der Pilot habe wegen eines Schadens im linken Triebwerk nicht abheben wollen. Die Maschine war nach Angaben von Spanair vor dem Start wegen eines überhitzten Luftschachts unter dem Cockpit zum Gate zurückgekehrt. Diese Panne wurde nach Angaben der Fluggesellschaft behoben.

Mittlerweile haben die Bergungsmannschaften an der Unglücksstelle die letzten zwei Leichen aus dem Wrack geborgen. Bei den Toten handele es sich um einen Säugling und um einen Erwachsenen, teilte der Chef der Flughafenfeuerwehr, Benjamín Olivares mit. Damit sind die Leichen von allen 153 Opfern der Katastrophe geborgen. Nach Angaben des Forensischen Instituts Madrid wurden bislang 37 der 152 Todesopfer identifiziert. Unter diesen befinden sich nach Angaben der spanischer Nachrichtenagentur 14 Ausländer. Aufgrund des Zustands der verbrannten Leichen sei nur bei 56 der 152 Toten eine Identifikation mittels Zahnabgleich möglich. Bei den Übrigen müssten DNA-Vergleiche vorgenommen werden. Mit deren Ergebnissen sei in zwei Tagen zu rechnen.

Beim Start vom Madrider Flughafen Barajas am Mittwochnachmittag war die Spanair-Maschine mit Ziel Gran Canaria kurz nach dem Abheben zu Boden gestürzt und in Flammen aufgegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte das linke Triebwerk Feuer gefangen. Noch ist aber unklar, ob möglicherweise eine andere Ursache zu der Katastrophe führte. Zuvor war ein erster Start bereits wegen einer technischen Panne abgebrochen worden.

19 Passagiere haben das Unglück schwer verletzt überlebt und werden nun in mehreren Madrider Krankenhäuser behandelt. Einige schweben nach wie vor in Lebensgefahr.




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