22.08.2008

Usain Bolt: Schnell, aber unfair?

Usain Bolt: Schnell, aber unfair?Er ist so schnell wie der Blitz, der in Peking eingeschlagen hat und einen leisen Dopingverdacht mitgebracht hat. Die Kritik am schnellsten Mann des Erdballs wird lauter, immer mehr Fragen türmen sich auf: Ist bei Olympia in Peking ein Gigant von übermenschlicher Leistungsfähigkeit zur Bestform angelaufen, oder wurzeln seine Kräfte im Doping-Sumpf?






Usain Bolt verschiebt die Grenzen einer Sportart: Zwei Endläufe, zwei Siege, zwei Weltrekorde. Im Hochsprung der Männer wird es vielleicht nie mehr einen Weltrekord geben, im Laufen aber ist noch einiges möglich. Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln haben ergründet, in welchen Disziplinen noch Weltrekorde möglich sind - und in welchen nicht. Joachim Mester, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Leistungssport momentum, hält in den nächsten fünfzig Jahren 9,6 Sekunden über 100 Meter Sprint für realistisch. Die aktuelle Bestzeit von 9,72 Sekunden hat der Jamaikaner Usain Bolt erzielt.

Trotzdem: Ausnahme-Sportler wie Bolt oder wie Michael Phelps, der acht Goldmedaillen gewann und dabei gleich siebenmal den Weltrekord unterbot, bringen nicht nur Skeptiker zu zweifeln. Auch dass Usain Bolt ganz leichtfüssig und mit angezogener Handbremse an die Spitze der Sprinter stürmte, nährt die Skepsis und die Zweifel wachsen. Der plötzliche Leistungsschub der jamaikanischen Sprinter lassen Gerüchte auf den Plan treten. Und weil die Leistungen von Bolt das Unvorstellbare um einiges übersteigen, schwindet die Glaubwürdigkeit.

Deutschlands schnellster Sprinter Tobias Unger hat den olympischen 100-Meter-Lauf mit dem Fabelweltrekord des Jamaikaners Usain Bolt (9,69 Sekunden) etwa als "Riesenverarschung" kritisiert. "Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen", sagte der 29-Jährige in einem Interview mit der "Sport Bild". Vor allem die Kontinuität von Bolt verwunderte Unger: "Im Mai läuft er 9,80 Sekunden und Ende September auch. Er zeigt keine Schwächen nach langen Reisen, keine Müdigkeit durchs Training." Ursache sei nicht zuletzt auch das löchrige Doping-Kontrollsystem in Jamaika: "Die springen auf ihrer Insel rum, wie sie wollen, denen passiert gar nichts. Ich muss mich allein hier bei Olympia an- und abmelden."

Auch Heike Henkel äußerte in einem Zeit-Interview Kritik an Superman Bolt und stellt sich dabei hinter Unger: "Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute Stellung beziehen. Ich glaube, dass 90 Prozent der Bevölkerung die Auftritte von Bolt ähnlich kritisch sehen. Das ist mutig von Unger. Zumal solche Aussagen schnell als Neid ausgelegt werden. Ich kann seinen Frust verstehen.




Klicken Sie hier, wenn Sie weitere Meldungen vom 22.08.2008 lesen möchten.


Passende Meldungen aus anderen Ressorts:
Erkältungszeit: Ratschläge aus der Hausapotheke
Kommentar: Kapitalmärkte vor Geduldsprobe
Google schützt impulsive Mail-Verfasser
Hotline für Bratwurst-Notfälle
Tchibo bietet Entertain-Comfort-Paket
Ratgeber: Medikamente richtig einnehmen
Reisegepäck: Geschoss im Auto
Neue Kühlgeräte senken Stromkosten um 80 Euro
Über Stock und Stein beim Fahrradkauf
Spülen braucht Zeit – aber immer weniger Wasser und Strom





Binderdatasystems.com  
  Startseite | 7 - Tage - News | Newsarchiv | Livesuche | Index A -Z | Impressum | konsumeins.de | sysme.de