25.08.2008
Spanair-Unglück: Deutsche Opfer identifiziert
Nach dem Absturz der Spanair-Maschine auf dem Madrider Flughafen haben Ermittler eine vierköpfige Familie aus Bayern unter den Opfern identifiziert.
Als am Mittwoch ein Flugzeug der spanischen Gesellschaft Spanair auf der Landebahn des internationalen Flughafens Barajas in Madrid verunglückte, befand sich auch eine vierköpfige Familie aus Bayern in der Maschine. Die Identität der 50 und 38 Jahre alten Eltern und ihrer acht und fünf Jahre alten Söhne aus Bayern wurde am Montag durch spanische Ermittler bestätigt, teilte das bayerische Landeskriminalamt mit. Beamte der Münchner Polizei befanden sich bereits im Haus der Familie, um dort DNA-Material zu sichern. Dieses war über das Bundeskriminalamt an die spanischen Behörden als Hilfe zur Identifizierung weitergeleitet worden. Die Angehörigen der Familie werden laut LKA psychologisch betreut.
Bei der Suche nach den Ursachen für das Flugzeugunglück von Madrid gehen die Ermittler laut Presseberichten inzwischen davon aus, dass ein Triebwerk zu schwach war. Auf diese Möglichkeit lasse die Tatsache schließen, dass das Flugzeug vor dem Abheben auf der Startbahn ungewöhnlich lange gerollt sei, berichtete die Zeitung "El País" unter Berufung auf Ermittlerkreise.
Dem Bericht zufolge könnte eines der Triebwerke den Schub umgedreht haben - eine Einstellung, die bei Landungen zum Bremsen vorgenommen wird. Dadurch erkläre sich, dass sich das Flugzeug unmittelbar nach dem Abheben auf die rechte Seite geneigt habe, berichtete "El País". Der Zeitung zufolge entdeckten Ermittler am Unglücksort, dass eines der Triebwerke umgedreht gewesen sei. Unklar war jedoch, ob dies bereits beim Start der Fall war oder erst beim Absturz erfolgte
Beim Start vom Madrider Flughafen Barajas am Mittwochnachmittag war die Spanair-Maschine mit Ziel Gran Canaria kurz nach dem Abheben zu Boden gestürzt und in Flammen aufgegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte das linke Triebwerk Feuer gefangen. Noch ist aber unklar, ob möglicherweise eine andere Ursache zu der Katastrophe führte. Zuvor war ein erster Start bereits wegen einer technischen Panne abgebrochen worden.
19 Passagiere haben das Unglück schwer verletzt überlebt und werden nun in mehreren Madrider Krankenhäuser behandelt. Einige schweben nach wie vor in Lebensgefahr.