27.08.2008

Linke nur noch fünf Prozent hinter SPD

Linke nur noch fünf Prozent hinter SPDIm linken Lager geht es für die Linkspartei steil nach oben. In der Forsa-Umfrage des stern klettert sie auf den bisherigen Rekordwert von 15 Prozent. Damit liegt die Partei bei den Wahlabsichten der Deutschen nur noch fünf Punkte hinter der SPD. Die Sozialdemokraten verharren auf ihrem Tiefststand von 20 Prozent.






In der wöchentlichen Umfrage des Hamburger Magazins stern sowie des Fernsehsenders RTL stieg die Linke im Vergleich zur Vorwoche um 1 Punkt auf 15 Prozent - ihren bislang höchsten Wert. Die Sozialdemokraten verharren weiter in ihrem Rekordtief. Zum dritten Mal in Folge kommen sie nur auf 20 Prozent. Mit 17 Punkten Abstand liegt die Union weiter vorn, sie erreicht erneut 37 Prozent. FDP und Grüne verloren je 1 Punkt: Für die Liberalen würden derzeit 12 Prozent der Wähler stimmen, für die Grünen 10 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich 6 Prozent entscheiden (+1). Mit zusammen 49 Prozent ergibt sich für Union und FDP ein Vorsprung von 4 Punkten vor SPD, Grünen und Linkspartei (gemeinsam 45 Prozent).

Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt rechnet sogar damit, dass die Linkspartei in absehbarer Zeit in Ostdeutschland einen Ministerpräsidenten stellen wird. Der Politologe der Technischen Universität Dresden sagte in einem Interview: "In absehbarer Zukunft wird es in Ostdeutschland den ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei geben. Das ergibt sich angesichts der Kräfteverhältnisse aus einer einfachen Logik: Wenn die SPD nicht pausenlos Partner der CDU sein will, muss sie auch die Rolle als Juniorpartner der Linken akzeptieren."

"Die SPD im Osten ist in einer verzweifelten Lage", fügte Patzelt hinzu. "Zwischen CDU und Linke befindet sie sich wie zwischen Hammer und Amboss." Eine Trendumkehr in Ostdeutschland könne die SPD nur dann erreichen, wenn sie weiter nach links rücke, sich von der Agenda 2010 verabschiede und auf Bundesebene in die Opposition gehe. "Nur so wird die SPD wieder zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Linkspartei", sagte der Politikwissenschaftler.

Mit diesen Umfragewerten der Linkspartei läuten bei allen anderen die Alarmglocken lauter als je zuvor. CSU-Chef Erwin Huber etwa will im bayerischen Landtagswahlkampf den Kurs gegen die Linkspartei weiter verschärfen. «Wenn es sein muss, dann führen wir einen politischen Kreuzzug gegen die Partei von Oskar Lafontaine», sagte Huber der «Süddeutschen Zeitung» . «Wir werden den Vormarsch der Linken stoppen und verhindern, dass sie in Bayern in den Landtag einzieht», betonte der CSU-Chef.

Die SPD hat mittlerweile ein Ass aus dem Ärmel gezogen, nicht nur gegen die Linkspartei, die ihnen auf den Fersen ist. Der rechte Flügel der SPD erhofft sich vom Comeback des früheren Vizekanzlers Franz Müntefering einen Schub in der Wählergunst. Die Rückkehr des einstigen Parteichefs könne dabei helfen, "die jetzigen Umfragewerte zu stabilisieren und Zuversicht und ein bisschen Frohsinn zu verbreiten", sagt der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte, er zähle auf den Rat Münteferings.




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