22.03.2007
Umfrage: Rauchverbot wurde erwartet und gefordert
Gesetzesvorlage „Nichtraucherschutz“: Fast die Hälfte der Befragten erwarteten ein totales Rauchverbot in einigen Bundesländern. Mittlerweile steht fest, dass sich die Länderchefs über ein Rauchverbot in Gaststätten einigen konnten.
Die Ministerpräsidenten der Länder sollen sich auf ein allgemeines Rauchverbot in Gaststäten geeinigt haben, um die Nichtraucher zu schützen. Die Tabakwaren-Branche sah dieser Entscheidung mit eher unguten Gefühlen entgegen und erwarteten sogar das Schlimmste: ein totales Rauchverbot in einigen Bundesländern. Bei ihrer Einigung ließen die Ministerpräsidenten die Option auf Ausnahmen für kleinere Kneipen zu. Das Rauchen soll in abgetrennten Räumen erlaubt sein. Ursprünglich hatten sich die Gesundheitsminister bereits im Februar für einen umfassenden Nichtraucherschutz in öffentlichen Gebäuden, Bildungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie in Diskotheken und Gaststätten ausgesprochen. Nach und nach scherten jedoch immer mehr Ministerpräsidenten aus. In einer Umfrage des Online-Branchendienstes Smokersnews unter seinen Lesern erwarteten über die Hälfte ein Rauchverbot.
46 Prozent rechnen mit totalem Rauchverbot 46 Prozenz der Befragten erwarten für die Abstimmung am Donnerstag ein totales Rauchverbot. 22 Prozent von ihnen gehen sogar davon aus, dass es ein bundesweites totales Rauchverbot gibt. 78 Prozent von ihnen erwarten ein totales Rauchverbot in einigen Bundesländern. 54 Prozent der Befragten rechnen mit einem eingeschränkten Rauchverbot in der deutschen Gastronomie. Von diesen 54 Prozent erwarten deutlich mehr als die Hälfte (58,8 Prozent), dass die Gastronomie gezwungen wird, abgetrennte Raucherzimmer einzuführen. Für den Rest (41,2 Prozent) wird es künftig so aussehen, dass Raucher- und Nichtraucher-Lokale von außen entsprechend gekennzeichnet sind.
Die Initiative „Rote Karte“ der MUT-Gruppe (Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft) finden 75 Prozent der Befragten gut und richtig, 30 Prozent glauben allerdings, dass sie zu spät kommt. Lediglich neun Prozent der Befragten waren der Meinung, dass sie überhaupt nichts bringen wird. 16 Prozent der Befragten kannten die Aktion nicht. Die MUT-Gruppe hat nach eigenen Angaben rund zwei Millionen dieser „Roten Karten“ eingesammelt und an die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer als „Platzverweis“ geschickt. Darin heißt es unter anderem: „Wer das totale Rauchverbot in der Gastronomie verlangt oder dem Wirt und den Gästen die Wahlfreiheit nimmt, handelt gefährlich undemokratisch. Der Bedarf schafft die Regel und nicht umgekehrt. Wir fordern daher die Wahlfreiheit für Raucher und Nichtraucher! Damit hat jeder Bürger seine Möglichkeit. Diese Lösung ist in anderen Ländern erfolgreich und wird auch hierzulande von klugen Nichtrauchern und besonnenen Politikern unterstützt.“