03.04.2007
Unterwegs im Tiefschlaf: Ist schlafwandeln gefährlich?
Das Gehirn schläft noch, aber der Körper scheint hell wach zu sein und hat mitten in der Nacht Lust auf einen kleinen Spaziergang. Doch wie gefährlich ist das Wandeln ohne Bewusstsein wirklich?
Schlafwandeln - dieses Phänomen kennen die meisten Menschen aus Kinofilmen oder Romanen. Eltern von kleinen Kindern haben allerdings oft ganz real damit zu tun: Fast jedes sechste Kind zwischen zwei und 13 Jahren verlässt ab und zu im Tiefschlaf sein Bett, schreibt die "Apotheken Umschau". Wer schlafwandelt, so die Zeitschrift, reagiere im Tiefschlaf auf bestimmte Reize, zum Beispiel Geräusche oder Licht. Der Körper wird dabei aktiv, doch das Gehirn schläft weiter. Sorgen über schlafwandelnde Kinder muss man sich aber nicht machen, sagt Chefredakteur Peter Kanzler: "Abgesehen von Stürzen ist Schlafwandeln in der Regel bei Kindern ungefährlich.
Erwachsene, die schlafwandeln, sollten sich jedoch unbedingt von einem Neurologen untersuchen lassen, Schlafwandeln kann auch auf eine andere Krankheit hinweisen." Wenn Kinder im Tiefschlaf unterwegs sind, ist das zwar in der Regel nicht gefährlich. Doch der beste Ort für Kinder ist nachts noch immer das Bett. Damit die Kleinen dort schnell und vor allem sicher wieder landen, helfen folgende Tipps: "Vermeiden Sie nachts Geräusche und vor allem Licht. Installieren Sie eine Glocke an der Tür und ganz wichtig: Wecken Sie das schlafwandelnde Kind nicht auf, sondern führen es behutsam zum Bett zurück. Und noch ein Tipp für Kinder beziehungsweise die Eltern: Vermeiden Sie zu aufregende Fernsehfilme am Abend."
Nun könnte man denken: Eine Glocke an der Tür, wacht das Kind davon nicht auf? Doch Peter Kanzler weiß aus eigener Erfahrung, wie tief die Kinder schlafen: "Mein Sohn war Jahre lang betroffen, der hat im Alter zwischen fünf und acht etwa, in der Nacht hat der ganz skurrile Dinge gemacht. Er ist aufgewacht, Kopf nach oben und er hat herumgeschrien und hat sich dann aber wieder nach einer Stunde beruhigt. Da hättest du alles mögliche machen können, der wäre nicht wach geworden." Laut "Apotheken Umschau" hilft es Kindern auch, wenn sie einen regelmäßigen Tagesablauf und feste Einschlafzeiten haben.
Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die Kinder vom Schlafwandeln abzuhalten: Meistens verlassen die Kleinen immer zum selben Zeitpunkt das Bett. Wenn man sie kurz vorher weckt, wird der Tiefschlaf unterbrochen und der nächtliche Ausflug bleibt aus.